














Für dieses Wohnhaus wurde der Innenausbau von Beginn an als integraler Bestandteil der Architektur gedacht. Möbel sind hier keine nachträgliche Ergänzung, sondern strukturgebendes Element: Sie zonieren Räume, übernehmen Funktionen und prägen die räumliche Wahrnehmung.
Zentrales Element ist ein durchgängiges Einbaumöbel aus Fichte-Dreischichtplatten, das mehrere Bereiche miteinander verbindet. Es fungiert als Garderobe, Raumteiler und Küchenmöbel zugleich und organisiert den Übergang zwischen Eingangs- und Wohnbereich. Eine integrierte Falttür ermöglicht es, den Raum je nach Bedarf offen oder geschlossen zu nutzen. Opake Stegplatten sorgen dabei für eine ausgewogene Lichtführung und wahren gleichzeitig die Privatsphäre.
Die Oberflächenbehandlung der Fichte-3- Schicht Platten erhält den hellen Holzton und schützt vor dem Vergilben durch Sonneneinstrahlung dank eines Möbelöls mit Zugabe von weißen Pigmeneten. Durch die Übernahme des Deckenmaterials in die Möbelflächen entsteht eine ruhige, zusammenhängende Raumwirkung. Die reduzierte Formensprache – flächig, präzise und ohne dekorative Überhöhung – unterstützt diese Klarheit.
Im Wohnbereich bildet die Küche den funktionalen und sozialen Mittelpunkt. Die lineare Küchenstruktur ist in das Möbel integriert, während eine freistehende Kochinsel den Raum ergänzt. Ihre Edelstahloberfläche setzt einen bewussten Kontrast zur warmen Holzstruktur. Ergänzt wird der Bereich durch einen großzügigen Esstisch mit Linoleumoberfläche und eine durchgehende Bank – ausgelegt für gemeinschaftliche Nutzung im Alltag.
Auch im Obergeschoss setzt sich das Prinzip der raumbildenden Einbauten fort. Ein vier Meter langes Sideboard entlang des Treppenauges übernimmt gleichzeitig die Funktion von Stauraum, Absturzsicherung und Arbeitsplatz. Auf der Rückseite entsteht ein integrierter Schreibtisch, während ein gespanntes Netz im Treppenauge eine spielerische und zugleich sichere Aufenthaltszone in der Höhe schafft.
Ein gegenüberliegender Einbauschrank greift die Formensprache auf und sorgt für zusätzliche Ordnung. So entsteht ein durchgängiges System, das Funktionalität, Materialität und Raumwirkung miteinander verbindet – reduziert, präzise und auf das Wesentliche konzentriert.